Im H0-Modellbahnforum gab es von einem User die Frage, was denn so in den Güterwagen im Modellerzgebirge transportiert würde. Dieser Frage gehe ich heute nach.
Hier ist unser Nahgüterzug auf dem zweiten Gleis von hinten in ganzer Länge zu sehen. Lok 50 1307 wird den Epoche III Zug von Annaburg-Bergholz nach Kleinhartmannsdorf befördern.
Hier ist der komplette Zug auf seiner Fahrt zu beobachten. Im folgenden Verlauf werden wir uns die einzelnen Wagen vom Zugschluss rückwärts betrachten.
Der letzte Wagen im Verband ist ein offener Wagen der Gattung Ou. Er wurde in die Kohlehandlung Schäfer im Bahnhof Grünhain-Bernsdorf zugestellt. Kohle ist zu dieser Zeit das wichtigste Massengut.
Dieser G-Wagen hat sein Ziel ebenfalls in Grünhain-Bernsdorf erreicht. An der Ladestraße wartet er auf seine Beladung. Diese wird aus einem wichtigen Exportgut der kleinen DDR bestehen – typisch erzgebirgischer Volkskunst. Die kleinen Betriebe in der Umgebung haben natürlich keinen Gleisanschluss. Die Nussknacker, Pyramiden und Räuchermännl werden mit dem LKW angeliefert. Der Fahrer der ersten Fuhre hat es aber offenbar nicht eilig. Er parkt vor der Bahnhofswirtschaft und nimmt wohl ein Mittagessen ein.
Auch der nächste Wagen im Zug ist ein G-Wagen. Dieser ist der erste Wagen der in Kleinhartmannsdorf zugestellt wurde. Er steht nun auf dem Anschlussgleis der Kistenfabrik Hofmann und soll mit fertigen Kisten beladen werden. Der Vorrat an geschnittenem Holz ist wohl noch ausreichend.
Der nachfolgende Omu ist mit Bauholz beladen. Er wird an der Ladestraße von Kleinhartmannsdorf sogleich entladen.
Der GGrhs hat seinen Platz an der Ladestraße ebenfalls schon eingenommen. Allerdings fehlt hier noch das Förderband, welches den Wagen mit Getreide beladen soll. Dieses fehlt auch noch 😉 .
Dieser Wagen der Gattung Glr wurde an den Landhandel Krämer rangiert. Er ist mit allem beladen, was so ein Landhandel verkauft. Dies sind u.a. Werkzeuge, Kleingeräte, Eisenwaren, Baustoffe, Saatgut, Düngemittel, Futtermittel usw..
Diese beiden Wagen sind die letzten aus dem Zugverband. Sie werden mit einem weiteren Massengut beladen – Holz. Wobei der Ommr die kürzeren Hölzer aufnehmen wird und Rr die Baumstämme.
Der doch ganz beachtliche Zug ist somit an allein zwei Bahnhöfen komplett zerlegt worden. Dabei sind noch nicht einmal alle vorhandenen Ladestellen der beiden Bahnhöfe bedient worden. Nimmt man an, dass auf weiteren gedachten Unterwegsbahnhöfen Wagen ausgestellt worden, bekommt man eine Vorstellung davon, wie beachtlich der Güterverkehr auf der Eisenbahn in vergangenen Zeiten war. Auch erhält man eine Vorstellung, wieviel Manpower damals für diese Prozesse gebraucht wurden.